Meine 50 Jahre Kooperationserfahrung

Kurz bevor ich im neonhellen Kreisssaal das Licht der Welt erblickte, sagte die Hebamme zu meiner Mutter: „Wenn Sie jetzt nicht ordentlich pressen, dann müssen wir die Saugglocke holen.“ Die Botschaft kam an: Jetzt galt es, zu kooperieren! Ich mobilisierte alle Kräfte, um mich in die Welt zu bugsieren. Wir kämpften als Team und wir gewannen. Meine erste Erkenntnis als Frischling dieser Welt war:

Kooperationen helfen dir, unbeschadet zu überleben.

Kindliche Kooperationsskills: Früh übt sich

Als Kind übte ich meine Kooperationsskills mit Freundinnen: „Wenn du mir Schaufel gibst, dann bekommst du von mir die blaue Kuchenform zum Sandkuchen backen.“ und später „Wenn du mir in Mathe hilfst, dann helfe ich dir in Englisch.“ Und die verschärfte Variante: „Wenn du mich nicht abspicken lässt, dann warst du meine Freundin.“ Ja, die WIN-WIN-Situaionen musste man in allen Facetten erproben.

Zu Hause wendete ich meine Kooperationsbegeisterung meiner jüngeren Schwester zu. Leider war sie von meinen Kooperationsideen nicht immer so begeistert wie ich. Ganz toll fand ich Schule spielen: Sie als Schülerin und ich natürlich als Lehrerin (meine arme Schwester). Während ich die Tafel bekritzelte und dabei erklärte, glitt meine Schwester lautlos vom Stuhl und verschwand nach draußen, wo sie stundenlang Blumen pflückte. Dieses Talent hat sie vor einigen Jahren zum Beruf gemacht und hat mit Flowerstyle eines der schönsten Blumengeschäfte Deutschlands, in Königstein im Taunus. Im Gegensatz zu meiner Schwester zeigten sich meine Stofftiere und auch meien Puppe besonders kooperativ. Sie lauschten mir stundenlang, ohne lernmüde zu werden.

Missglückte mütterliche Kooperationsversuche

Vor dreiundzwanzig Jahren bekam ich das größte Geschenk meines Lebens: Meine Tochter. Kooperationsgeübt verhandelte ich schon während der ersten Wehen unser WIN-WIN. Ein paar Wehenstunden später dachte ich, dass es vielleicht keine gute Idee war, ein Kind zu bekommen und ich wollte SOFORT aus dem Projekt aussteigen. Aber die Aufnahme im neonhellen Kreisssaal war nicht mehr zu stoppen und so konzentrierte ich mich wieder auf´s Kooperieren und das funktionierte in der spannendsten Phase wirklich phantastisch: Sie half kräftig mit und wir schafften gemeinsam ein durch und durch natürliches Geburtserlebnis.

Die ersten Lebenswochen meiner Tochter brachten meine Kooperationsideen voll zum Blühen. Jeden Abend hatte sie furchtbares Bauchweh und musste deshalb auch furchtbar schreien. Da es Winter war, holte ich den Kinderwagen ins Wohnzimmer und schaukelte sie hin und her. Das war zu wenig. Das Wohnzimmer war groß und so probierte ich es mit  Runden fahren. Der Papa probierte es mit Kind auf dem Unterarm tragen. All das waren geniale Kooperationsideen (leider mit Nebenwirkungen für Arm und Rücken von Papa). Mein Kind wurde jedes Mal ruhig, bis wir sie vorsichtig wieder ins Bett hoben.

Ich beschloss, das Kind musste mehr entspannten (vielleicht hätte ich mal bei der Mutter anfangen sollen) und ich meldete uns zur Babymassage an. Während ich mich nach fünfzehn Minuten Baby massieren schweissnass gebadet fühlte, war mein Kind immer noch stocksteif und misstrauisch, was ich mit ihr anstellen wolle. Umgeben von anderen Müttern mit glücklich glucksenden entspannten Babys fühlten wir uns immer unwohler und es kam, was kommen musste: Sie kündigte meine Entspannungskooperation und fing an zu schreien. Oh…wie peinlich.

Im Sommer ging ich mit ihr im Park spazieren und fand meine Schlaf-Lesepause-Kooperationsidee mehr als fair, wenn ich sie langsam in den Schlaf schaukelte, um dann irgendwann an einem lauschigen Plätzchen ein Buch zur Hand zu nehmen und zu lesen. Diese Kooperation dauerte höchstens drei Seiten lang und das WIN-WIN war beendet.

Ich probierte noch einiges mehr: Stillgruppe, Babyschwimmen und PEKIP. Letztendlich war meine Erkenntnis ernüchternd:

Meine Kooperationsideen waren nicht professionell genug. Ich musste besser werden.

Professionell kooperieren

Sobald meine Tochter einen Stift in der Hand halten konnte hatte ich die Kooperationsidee schlechthin: Ein Kreativplatz bestehend aus einem kleinen Holztisch mit Mini-Stuhl direkt neben mir in der Küche. Dazu Stifte, Knete und alles, was ein Kinderherz begehrt. Das gefiel ihr und sie begann sofort mit der Arbeit. Täglich entstanden viele Kunstwerke, mit denen wir das ganze Haus dekorierten. Aus dieser Kreativplatz-Kooperationsidee hat sich eine Künstlerin entwickelt, die heute liebend gerne malt und bastelt, wie man ihrem Blog Elchwerkstatt entnehmen kann.

Richtig strategisch startete ich das Thema mit einer Kinderbetreuungs-Kooperation. Ich schlug meinen Freundinnen vor: „Ob ein, zwei oder drei Kinder, das macht fast keinen Unterschied. Lasst uns doch abwechselnd auf die Kinder aufpassen. Das schafft uns Freiräume und ist effizient.“ Die Idee gefiel und ich begann, endlich wieder zu arbeiten und machte mich mit einem Marktforschungs-Institut selbständig.

Was ich bis dorthin gelernt hatte: Kooperationen und WIN-WIN’s machen das Leben spannend und vielseitig. Auch wenn nicht alle Kooperationen klappen, für mich war klar:

Beruflich setze ich voll auf Kooperationen.

In 2012 startete ich mit dem Social Media Camp die erste große Social-Media-Kooperation: Fünfzehn Webinare – fünfzehn Experten. Das Camp ist eine WIN-WIN-WIN-Situation: Die Experten werden sichtbar und die Teilnehmer haben einen großen Mehrwert durch die Wissensdichte. Dadurch wurde ich schnell sichtbarer und seither gibt es jedes Jahr ein Social Media Camp (dieses Jahr gerne 17.-21-Juli vormerken). So gewinne ich jedes Jahr spielerisch leicht die kompetensten Kooperationspartner.

Ein Baby von vielen aus den Social Media Camps ist die in 2013 gegründete Kooperation von Kai Morasch und Sonja Welzel mit sichtbar-im-netz und im gleichen Jahr starteten auch Guido Augustin und ich mit der Webinar-Akademie immer-freitags.

Nach diesen erfolgreichen Kooperationen gab ich richtig Gas. Es gab viele große und kleine Kooperationen wie in 2013 die Webinar Tools Roadshow, eine Übersicht der besten Webinartools. Mit dieser Aktion erregte ich auch Aufmerksamkeit bei der Presse. In 2016 gewann ich Anwender, einen Einblick in ihr E-Mail-Marketing-System zu geben: Die Newsletter Tools Roadshow ging an den Start, wo wir die sechs beliebtesten E-Mail-Marketing-Systeme unter die Lupe nahmen. Dazu konnte ich Rechtsanwältin Sabine Heukrodt-Bauer ins Boot holen für Rechtsfragen rund um Newsletter, E-Mail-Marketing und Impressum. Übrigens: Die Newsletter Tools Roadshow ist kostenfrei in der Piarry-Akademie zugänglich. Mit Marit Alke gab schon einige Online-Workshops, Webinare sowie einen kostenfreien Audiokurs. Die letzten Kooperationen waren Webinare für die Smart Business Academy von Katharina Lewald und das Überflieger-Programm von Sandra Holze, um nur ein paar zu nennen.

In Kürze startet die Challenge Online Business Erfolg, wo wir – auch wieder eine Kooperationsidee – die sieben größten Stolperfallen näher durchleuchten.

Was sind meine fünfzig Jahre Kooperationserfahrung?

Kooperationen sind für mich der Schlüssel zum Erfolg:

  • Sichtbar werden in den Kontakte-Netzwerken anderer.
  • Keine Werbung schalten müssen.
  • Zeiteffizient arbeiten.
  • Sich nie alleine auf weiter Flur fühlen.
  • Immer jemanden haben, den man Fragen kann.
  • Erfolge gemeinsam feiern.

Wenn du zweifelst, ob das Thema Kooperationen etwas für dich ist, dann entsinne dich der Höhepunkte deines Lebens und du wirst sehen: Da waren garantiert auch Kooperationen mit im Spiel 🙂 Und jetzt lade ich dich ein, die Liste Kooperationen sind für mich der Schlüssel zum Erfolg mit deinem Kommentar zu ergänzen und anschließend zu teilen.

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