Networking: No Go´s unter der Lupe

No Go´s im Networking

Was nervt dich beim Netzwerken? Die große Auswertung der Befragungsaktion (n=252) im Rahmen der 21-Tage-Networking-Challenge hilft dir, bewusster zu werden, wo deine eigenen Grenzen sind und was anderen Menschen auf die Nerven geht. Nimm unter die Lupe, wie deine Kommunikation ankommt. Immerhin sind fast 60 % Drittel aller Befragten der Meinung, dass es schon manche Dinge gibt, die auf den Geist gehen. Also, mit was nervst du? 🙂

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Facebook geliebt und genervt

Facebook mögen die meisten der Befragten am liebsten, aber Facebook nervt auch am meisten, gefolgt von XING und an dritter Stelle von realen Netzwerk-Treffen, wo man sich persönlich trifft. Die Antworten zeigen, dass überall dort, wo intensivere Kommunikation stattfindet, auch Dinge passieren, die nerven. Das gilt ebenfalls für Portale und Foren sowie Twitter und Blogs. Lediglich bei Google+ (weniger Aktivität der Befragten), Pinterest und auf der eigenen Homepage gibt es kaum Nervensägen 🙂

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Newsletter und Eigenwerbung können nerven

Newsletter und Eigenwerbung und auch die Dichte der versandten Infos führen dazu, sich genervt zu fühlen. Die Rankingliste der größten Nervfaktoren:

  1. Automatisierte (Werbe-) Nachrichten (sagen 58 % aller Befragten)
  2. Newsletter, die ich nie abonniert habe (57 %)
  3. Kontaktanfragen mit Verkaufsabsicht (57 %)
  4. Kontaktanfragen ohne persönliche Nachricht (56 %)
  5. Ungefragt Angebote erhalten (55 %)
  6. Zu viel Eigenwerbung ( 53 %)
  7. Zu viele Eventeinladungen (53 %)
  8. Zu viele Posts hintereinander (47 %)
  9. Zu viele Newsletter (47 %)
  10. Geburtstagsglückwünsche mit anderen Absichten als nur gratulieren (41 %)
  11. Freundschaftsanfragen auf Facebook von Personen, die ich nicht kenne (37 %)
  12. Oberflächliche Kontaktanfrage wie „Wir sind in der gleichen Gruppe“ (33 %)

Auch Newsletter, die häufiger als angekündigt erscheinen (23 %) sowie Blogkommentare, die mit Eigenwerbung (28 %) versehen sind, führen zu Unmut. Immerhin 18 % aller Befragten fühlen sich durch Kontaktanfragen genervt, ohne sich persönlich zu kennen und jeder 16. Befragte findet Geburtstagsglückwünsche generell nervig.

Social Media Nervensägen

In Social Media fühlen sich mehr Menschen genervt (43 %) als im persönlichen Networking (11 %). Jeder dritte Befragte findet, dass Menschen in Social Media und im persönlichen Netzwerken nerven, aber immerhin jeder siebte Befragte sieht es ganz gelassen und fühlt sich nirgendwo genervt.

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Was dich nervt

in Social Media

Mit Einladungen zum Liken solltest du vorsichtig sein. Dieser Schuss kann nach hinten losgehen und einen guten ersten Eindruck verderben. Immerhin fühlt sich bereits jeder vierte Befragte von einer Einladung genervt, mit Aufforderungscharakter sind es schon fast die Hälfte und zum wiederholten Mal zum Liken auffordern ist der Spitzenreiter des Nervens. Zwischen der letzten Auswertung (Februar 2015) und heute ist die Zahl derer, die sich genervt fühlen, wenn sie zum Liken eingeladen werden, von 18 auf 25 % gestiegen.

  1. Zum wiederholten Mal zum Liken auffordern (sagen 72 % der Befragten)
  2. Sofort nach Kontaktbestätigung zum Liken einladen bzw. auffordern (61 %)
  3. Zum Liken auffordern (47 %)
  4. Willkommensgruß posten auf meiner Chronik (44 %)
  5. Für Geschenke mit meiner E-Mail-Adresse bezahlen (32 %)
  6. Zum Liken einladen  (25 %)
  7. Sich nicht für Geschenke bedanken (18 %)
  8. Einfach so Geschenke (Mehrwerte wie eBooks) erhalten (16 %)
  9. Danke-Tweets bzw. Danke-Posts (14 %)

Auch der richtige Zeitpunkt für einen Dialog sollte gut durchdacht sein. Sofort nach Kontaktbestätigung persönliche Nachrichten zu senden finden 13 % der Befragten als aufdringlich.

Jetzt wird es persönlich

Auch bei realen Netzwerken gibt es eine Hitliste der No Go´s. Selbstdarsteller, die nur reden, können getrost zu Hause bleiben, da machen sie weniger kaputt 🙂 Spätkommer nerven mehr als Menschen, die früher gehen, aber auch mit fachchinesisch und Abkürzungen tun wir uns keinen Gefallen. Was nervt bei Präsenznetzwerken?

  1. Selbstdarsteller, die nur reden (87 %)
  2. Nicht auf den Punkt kommen (61 %)
  3. Nehmen, ohne zu geben (50 %)
  4. Fachchinesisch sprechen (44 %)
  5. Spätkommer (43 %)
  6. Nur Visitenkarten tauschen (38 %)
  7. Abkürzungen verwenden (27 %)
  8. Eigenwerbung (25 %)
  9. Zu wenig gefragt werden (21 %)
  10. Frühgeher (19 %)
  11. Zu wenig Zeit zum Netzwerken haben (17 %)

11 No Go´s Tipps für Netzwerken

1. Fehlende Achtsamkeit. Sei in Social Media gleich achtsam unterwegs wie bei Präsenz-Netzwerken. Wichtig ist nicht nur dein Freundeskreis, sondern auch Freunde von Freunden. Vor einer Kontaktbestätigung hilft ein Link aufs Profil, um sich zu informieren bzw. ist für mich auch entscheidend, mit wem derjenige schon vernetzt ist. Gute Kontakte haben Vertrauensvorschuss, was ihr Netzwerk angeht. Miteinander sprechen…hilft auch.

2. Keine Kontaktanfragen und Kontaktbestätigungen von mobilen Endgeräten an Fremde, da du dort keine oder umständlich persönliche Nachricht hinzufügen kannst.

3. Der Eintrag in Newsletter sollte jeder selbst machen. Wer ungebeten einen Newsletter versendet, ist in einer Abmahnfalle. Durch die modernen Newsletter-Systeme dürfte dieser Punkt eigentlich schon längst Geschichte sein. Weitaus cleverer ist die Überlegung magnetischer Freebies, um viele Menschen zum Eintrag in die eigene Liste zu bewegen.

4. Wir gehen nicht zum Netzwerken, um zu kaufen. Warum erwarten wir das also von anderen? Fingerspitzengefühl bei Eigenwerbung ist angesagt, sonst schadest du deinem Image.

5. Geburtstagsglückwünsche mit Eigenwerbung: Der perfekte Zeitpunkt, um dir ein mieses Image aufzubauen und nachhaltig schlecht verankert zu werden. Hier eine etwas andere Idee, wie Geburtstagsglückwünsche beschenken können.

6. Es gibt für alles einen richtigen und einen falschen Zeitpunkt. Zu viel auf einmal wie Kontakt bestätigen, auf Chronik posten und noch eine Willkommensnachricht als persönliche Nachricht: das kann nerven. Diesen Schweinsgalopp hast du nicht nötig!

7. Eine Verkaufsabsicht – ich nenne sie gerne die Kundenbrille bei einer ersten Begegnung auf der Nase zu haben bringt wenig. Nutzt du stattdessen die Kontakte- und Impulsebrille, dann fühlt sich ein Dialog (hoffentlich) für beide Seiten angenehm an.

8. Vorsicht mit der Jagd nach Likes: Weniger ist mehr 🙂

9. Beim persönlichen Netzwerken gilt: Fragen stellen und zuhören statt sich selbst in Szene zu setzen und nicht auf den Punkt kommen. Mit der Weckerübung klappt auch der Elevator Pitch im vorgegebenen Zeitrahmen, wenn du es zu Hause fleißig übst.

10. Kein fachchinesisch und keine Abkürzungen. Sprich klar und einfach, so dass dich der Andere ohne Nachfragen versteht 😉

11. Oberflächlich sein spart erst mal Zeit, ist aber kein Gewinn. Ob nur der Tausch von Visitenkarten oder ein profanes „Wir sind in der gleichen Gruppe“ motiviert nicht, sich näher mit dir und deinem Business auseinanderzusetzen.

Gönne dir eine gute Strategie für einen überzeugenden ersten Eindruck!

Was möchtest du zukünftig anders machen? Notiere alles, was du ab sofort ändern willst und starte damit JETZT.

 

Info: Dieser Beitrag ist eine Tagesetappe der 21-Tage-Networking-Challenge, in der du deine eigenen Netzwerkbremsen erkennen und lösen kannst:

Kostenfreie 21-Tage-Networking-Challenge

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Sabine,

    summa summarum: Es gibt echt ganz schön viele Fallstricke – man kann also ständig ins Fettnäpfchen tappen. Und allen recht machen kann man es sowieso nie – manche sind schon von einem Danke-Tweet angenervt, lese ich oben und wundere mich, denn das gehört für mich zum guten Ton. Also heißt es ausprobieren, aber mit Takt und Stil. Aus meiner Sicht ist es besser, einfach mal loszulegen als vor lauter Verunsicherung gar nichts zu tun. Und dann geht man am besten so vor, wie man möchte, dass andere mit einem selbst umgehen. Oder?

    Vielen Dank auf jeden Fall für diese aktuelle Auswertung, die für uns alle wichtige Hinweise zum Netzwerken gibt.

    Viele Grüße von Leonie

    • Hallo Leonie,

      keinesfalls alle Aktivitäten runterfahren, da hast du vollkommen recht. Aber sorgfältiger die Resonanz auf die eigenen gut – ich betone – gut gemeinten Aktionen im Auge behalten hilft auf jeden Fall.

      Ich freue mich beispielsweise viel mehr, wenn ein neuer Kontakt etwas retweetet als über einen Danke-Tweet. Da sehe ich dann auch, da hat sich jemand Mühe gemacht 🙂

      Viele Grüße von Sabine

      • Guter Hinweis, Sabine.
        Ich freue mich über beides. Wenn jemand Inhalte teilt, ist das natürlich genial. Leider sind viele noch sehr Ich-fokussiert unterwegs. Vor allem die, die gerade erst starten.
        Immer wieder reflektieren ist auf jeden Fall super, denn manchmal ändert sich ja auch der Trend.
        LG Leonie

  2. Guten Morgen Sabine
    Eine interessante Zusammenstellung. So unterschiedlich die Menschen, so verschieden ist was sie nervt. Trotzdem gibt es ja auch etliche Gemeinsamkeiten. Ich werde versuchen nachdem ersten Kontakt etwas mehr den Austausch zu suchen. Bei allen und nicht nur bei denen, bei denen aus auf Anhieb grad so passt.
    Herzliche Grüsse aus der Schweiz
    Claudia

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