Mit dem Kaffee-Test Networking-Beziehungen zuverlässig einstufen

Was denken Menschen in deinem eigenen Kontakte-Netzwerk über dich? Wie stehen sie zu dir? Der Kaffeetest zeigt dir schnell und deutlich, was anderen Menschen an dir liegt.

Wenn du ein starkes Kontakte-Netzwerk auf- bzw. ausbauen magst, ist es wichtig, nach der Qualität und nicht (nur) nach der Quantität zu schauen. Die Statistiken in Social Media liefern nur quantitative Informationen über deine Freunde, Kontakte, Aktivitäten: Wie viele Menschen sind in deinem Kontakte-Netzwerk? In XING gibt es den Aktivitätsindex, der zeigt, wie aktiv du dort bist und auch eine Statistik, mit wie vielen Menschen du indirekt (2. und 3. Grades) verknüpft bist. Auf deinen Facebookseiten erfährst du, welche Reichweite deine Posts haben und wie interaktiv sie wirken. Aber sie sagen nicht, wer für dich wirklich ist. Wie kannst du die Beziehungsqualität deiner Kontakte messen? Der Kaffeetest hilft dir, deine Networking-Beziehungen zuverlässig einzustufen.

So funktioniert der Kaffee-Test

Angenommen, du planst eine Geschäftsreise nach Wien. Du wüsstest gerne, mit wem du dich vielleicht und mit wem du dich unbedingt in Wien treffen solltest. Leider ist dir nicht ganz klar, wer sich gerne mit dir treffen würde. Du scannst deine Social Media Networks bzw. deine Datenbanken und filterst alle heraus, die in Wien wohnen und die du gerne persönlich kennenlernen möchtest oder die du gerne wiedersehen würdest.

Mit der Kaffee-Test-Frage klopfst du an und fragst: „Hast du Lust und Zeit, dass wir uns auf eine Tasse Kaffee treffen, wenn ich demnächst in Wien bin?“ und du wirst folgende Antworten bekommen:

A: Keine Reaktion oder sinngemäß „Wieso sollte ich, wir kennen uns überhaupt nicht.“

B: „Ja, das ist eine nette Idee. Ich schaue, ob ich mir das einrichten kann.“

C: „Prima Idee, da können wir unsere Ideen persönlich austauschen und unsere Vorhaben weiterbringen.“

D: „Wie schön, dass du Bescheid gibst. Natürlich treffen wir uns, das richte ich mir auf jeden Fall ein, auch wenn ich einen Termin verschieben müsste .“

Vier ganz unterschiedliche Antworten, die für dich ein Indiz sind, wie es um die Qualität deiner Beziehung bestellt ist.

netzwerkpyramide

Vier Ebenen der Netzwerkpyramide© interpretieren

Bevor du loslegst, die Antworten den Kontakte-Ebenen zuzuordnen, definieren wir die Ebenen und schauen, was jeweils typisch ist.

Auf der untersten Ebene – der Kontakte-Ebene – befinden sich alle losen Kontakte. Auf dieser Ebene gibt es noch keine Beziehung. Es ist ein Sammelbecken an Kontakten, mit denen du zwar vernetzt bist, aber wo du dich weder an den Namen erinnern kannst, wenn jemand fragt noch eine Ahnung hast, was der andere beruflich macht. Bei einem Netzwerk-Treffen sind lose Kontakte Menschen, denen du einmal begegnest, vielleicht die Visitenkarte tauschst und dich dann über XING verknüpfst und Ende. In Social Media sind es Menschen, die deine Tweets oder deine Pins abonnieren, dich in LinkedIn als Kontakt hinzufügen bzw. in Facebook eine Freundschaftsanfrage machen. Auch Menschen, die deinen Newsletter abonnieren, aber von denen du nicht mehr als die E-Mail-Adresse kennst, zähle ich unter lose Kontakte.

Auf der zweiten Ebene – der Ebene der Netzwerk-Partner – sieht es anders aus. Das sind Menschen, mit denen du dich regelmäßig triffst: sei es ganz real bei Networking-Monatstreffen oder Social Media, wo du vielleicht auch Posts des anderen likst, kommentierst und gelegentlich teilst. Typisch für Netzwerk-Partner: Man läuft sich immer wieder real oder in Social Media über den Weg. Wenn du dich an den Namen (bzw. das Gesicht) sowie an die Kernkompetenz des Anderen erinnern kannst, dann ist die Basis für Geben und Nehmen im Networking geschaffen. Auf dieser Ebene startet Networking. Ob eher oberflächlich oder intensiv, auf dieser Ebene hast du eine Beziehung zum Anderen. Vielleicht habt ihr auch schon mal geskypt oder telefoniert, um euch kennenzulernen. Vielleicht weißt du auch etwas über seine Hobbys und wo er zu Hause ist. Eventuell habt ihr schon erste Kooperationsideen ausgetauscht.

Aus dem Pool der Netzwerk-Partner gewinnst du deine Kooperationspartner. Aus einem losen Kontakt einen Kooperationspartner zu machen gelingt nur selten und ist auch risikoreich, weil du den anderen noch nicht einschätzen kannst. Wenn du bekannt bist und ein gutes Image hast oder einen starken Nutzen bietest, dann funktioniert auch diese Möglichkeit. Üblicherweise kennst den anderen schon länger, weißt, wie er tickt und wie verlässlich der Andere ist. Du kennst seine Stärken und Talente, seine Zielgruppe, hast Ideen für Synergien und meist in mehreren Gesprächen miteinander entstehen Kooperationsideen. Kooperationspartner müssen sich nicht unbedingt mögen, aber sie sehen ein klares WIN-WIN in einer gemeinsamen Aktion bzw. ihrer Kooperation.

Eine gelungenes WIN-WIN (alle Beteiligten sehen für sich einen Gewinn) ist das Promoten eines Onlinekurses fürs Fotografieren auf den Seiten eines Onlineshops für Fotoausstattung. Meist sind Kooperationen weniger offentlich wie der Webinarführerschein speziell entwickelt für die W.I.N. Community, damit die Mitglieder souverän mit Webinaren durchstarten können. Im ersten Beispiel leuchtet uns das WIN-WIN sofort ein: Der Fotografierkurs macht Lust auf Fotoausstattung und eine neue Kamera macht Lust auf besseres Fotografieren. Im zweiten Beispiel sieht das WIN-WIN anders aus. Die W.I.N. Community gibt Volldampf mit Webinaren und Petra Polk möchte, dass die Technik wie am Schnürchen läuft, ohne ihr Zutun. Damit das gelingt, übe ich mit den Webinarmoderatorinnen die Funktionen im Webinarraum.

Das Sahnehäubchen fürs Netzwerken sind die Multiplikatoren. Multiplikatoren sind alle Menschen, die von deiner Arbeit begeistert sind und dich jederzeit gerne weiterempfehlen. Der Motor, dich zu empfehlen ist nicht wie bei den (meisten) Kooperationen ein klares, abgesprochens WIN-WIN, sondern die Begeisterung für das, was du bewirkst. Diesen Motor kannst du nähren, indem du eine wertschätzende Beziehung zu deinem Multiplikator pflegst. Multiplikatoren sucht man nicht, man nimmt sie wahr. Unter den Multiplikatoren gilt es, Kunden – auch frühere Kunden – ausfindig zu machen. Alle Menschen, die deine Aktivitäten verfolgen und in die Welt tragen, dich empfehlen, ohne dass du sie darum bittest, sind Multiplikatoren. Je nach Branche und Zusammenarbeit können auch Kooperationspartner zu Multiplikatoren werden. Auch starke Pressekontakte, Blogger und Podcaster (Interview) und Menschen mit großem Einfluss können zu deinen Multiplikatoren zählen.

Nun zurück zu unserem Kaffee-Test: Bitte ordne jetzt die Antworten A, B, C und D den vier Kontakte-Ebenen zu und lies erst dann weiter.

Kaffee-Test fürs Networking

Schwer oder leicht? Auf deine Kaffee-Test-Frage reagiert jeder Mensch anders, denn es kommt darauf an, wie wichtig du dem Anderen bist. Hinter der Antwort auf die Frage, einen Kaffee miteinander zu trinken erkennen wir die Absicht, Zeit miteinander teilen zu wollen oder auch nicht und es beinhaltet auch eine Verbindlichkeit, denn mal zu telefonieren ist eine andere Nummer als sich auf einer Geschäftsreise, die sowieso eng getaktet ist, einen Termin für dich zu reservieren. Die Reaktion auf deine Frage, auch ein eventuelles Zögern, ist für dich ein wertvoller Hinweis, ob du für den anderen nur ein loser Kontakt, ein Netzwerk-Partner, ein Kooperationspartner oder ein Multiplikator bist.

Zeit – unsere wertvollste Ressource zum Testen nutzen

Nehmen wir die unterschiedlichen Reaktionen unter die Lupe:

Kontakte antworten mit A

Es wäre nicht verwunderlich, dass Menschen, die dich kaum kennen, auf deine Frage: „Hast du Lust und Zeit, dass wir uns auf eine Tasse Kaffee treffen, wenn ich demnächst in Wien bin?“ entweder gar nicht reagieren oder eher unverhalten. Aber dazu kommt es wohl kaum, weil du Menschen, mit denen du nur lose verbunden bist, sicher nicht fragst, da du den anderen zu wenig kennst.

Netzwerkpartner antworten mit B

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird dein Netzwerk-Partner auf deine Frage reagieren, vielleicht mit: „Ja, das ist eine nette Idee. Ich schaue, ob ich mir das einrichten kann.“ Danach entscheidet sein Terminplan und wie interessant du für ihn bist, ob es zu einem Treffen kommt.

Kooperationspartner antworten mit C

Wenn wir kooperieren, wollen wir jede Gelegenheit nutzen, auch mal persönlich miteinander zu sprechen. Besonders beim Kooperationsstart ist ein persönliches Gespräch sehr wichtig, wie auch Christine Pfeil im Kooperationsansatz: Hobby und Beruf verbinden (etwas nach unten scrollen) beschrieben hat. Wenn dein Kooperationspartner weit von dir entfernt ist, dann dürfte seine Reaktion so sein: „Klasse Idee, da können wir unsere Ideen persönlich austauschen und unsere Vorhaben weiterbringen.“

Multiplikatoren antworten mit D

Menschen, die von dir begeistert sind, wollen dich gerne sehen, ja, sie legen sogar wichtige Termine um, damit ein Treffen mit dir möglich wird. Die Reaktionen „Wie schön, dass wir uns jetzt persönlich kennenlernen.“ oder „Super, dass du mal wieder in der Nähe bist“ zeigen echte Freude. Und es kann sogar weitergehen mit einem bedeutungsvollen Nebensatz: „Ganz ehrlich, wenn du mir das nicht gesagt hättest und ich hinterher erfahren hätte, dass du in Wien warst, das hätte ich übel genommen.“ Schaue gut, dass du wichtige Multiplikatoren nicht vergisst zu informieren, wenn du in deren Stadt reist. Das Netz macht alles transparent und dank Social Media sind wir ja bestens über unsere Reisen informiert.

Deine Aufgabe heute

Ob real oder nur im Geiste: Heute ist Kaffee-Test-Tag. Überlege heute bei jedem Kontakt, wie der Andere auf deine Frage: „Lust und Zeit auf einen gemeinsamen Kaffee?“ reagieren würde. Planst du eine Geschäftsreise, dann klopfe heute bei Menschen, mit denen du dich gerne verabreden möchtest, an. Steht ein Networking-Treffen an, dann überlege, mit wem du dich vorher gerne verabreden würdest und mache den Kaffee-Test.

Welche Erkenntnisse aus dieser Übung und Erfahrungen möchtest du gerne teilen? Bitte hier einen Kommentar hinterlassen.

Mit dem Hashtag #net21 kannst du in Facebook und Twitter den Kaffee-Test ausprobieren. Bei jedem Post zu dieser Aufgabe setze einfach den Hasthtag #net21 dahinter. Hier findest du alle Posts in Facebook  und alle Tweets von Teilnehmern dieser 21-Tage-Networking-Challenge sowie Reaktionen unserer Facebook-Freunde und unserer Follower.

Info: Dieser Beitrag ist die erste Tagesetappe der 21-Tage-Networking-Challenge, in der du deine eigenen Netzwerkbremsen erkennen und lösen kannst:

Kostenfreie 21-Tage-Networking-Challenge

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