Woran du erkennst, dass du keine Networking-Strategie hast

Twitter-Intoleranz oder Facebook-Allergie? Networking ist wie Essen. Es gibt so viele Arten, Nahrung aufzunehmen: Schnell, vielleicht sogar schlingend, langsam, bedächtig, bewusst, achtsam, genussvoll oder nebenbei. Und es gibt so viele Arten von Ernährung: nicht nur kulturelle Unterschiede wie italienisch, indisch, chinesisch, mexikanisch usw., auch vegetarisch, vegan, glutenfrei, Trennkost, Low Carb, Slow Food und die neuen Trends wie Fast Food, Design Food, neuerdings auch Pharma Food nicht zu vergessen. Für jeden Menschen ist etwas anderes wichtig und richtig.

Lieber hören statt lesen?

 

So wie wir essen netzwerken wir auch unterschiedlich.

Wenn wir beim Netzwerken schlingen, dann machen wir möglichst schnell viele Kontakte und es ist uns ziemlich egal, was wir daraus verwerten können. Networking-Trennkost könnte so aussehen, dass wir versuchen auszusortieren nach geschäftlichen und privaten Kontakten, nach Menschen, die wir bereits kennen und solchen, die wir erst kennenlernen werden. Netzwerken wir genussvoll, dann genießen wir jeden neuen Kontakt, nehmen uns die Zeit, die wir brauchen, um mehr von einem Menschen zu erfahren. Vielleicht komponieren wir gerne mögliche Synergien und lassen uns diese bedächtig auf der Zunge zergehen, wenn wir miteinander skypen. Könnte es sein, dass du netzwerkst wie du isst?

Beim Netzwerken sind die Möglichkeiten ähnlich gigantisch wie beim Essen, wenn wir auch lange nicht so viele Namen dafür haben. Viel wichtiger als Begrifflichkeiten zu wälzen ist für dich zu erkennen, wie gut deine Networking-Strategie ist oder anders gefragt:

Woran du erkennst, dass du keine Networking-Strategie hast

Beim Essen ist ja relativ einfach: Spätestens wenn die Energie fehlt, das Gewicht klettert oder viel zu wenig Substanz da ist wird klar, irgendetwas musst du ändern.

Beim Netzwerken gibt es auch eindeutige Symptome, die zum Handeln auffordern:

Wenn du ein Problem hast bzw. eine Lösung suchst, fällt dir niemand ein, den du fragen kannst.

Das ist ein Signal, dass du entweder über zu wenige Kontakte verfügst oder aber deine Beziehungen nicht gut genug sind, um Fragen zu stellen. Wildfremde Menschen können wir nicht einfach fragen, und wildfremd sind alle losen Kontakte, von denen du nicht mehr weißt als den Namen und vielleicht noch das Gesicht dazu, auch wenn sie in Facebook vielleicht schon die Freundestufe erreicht haben. In der Netzwerk-Pyramide ordne ich lose Kontakte der ersten Ebene – der Kontakte-Ebene – zu.

Netzwerk-Pyramide©

 

Deine Posts werden nicht gelikt, kommentiert und geteilt.

Gleiches Problem: Es fehlt an guten Beziehungen bzw. überhaupt an Beziehungen, die sich dadurch ergeben, dass wir im Dialog sind, uns besser kennenlernen, mehr als nur Namen und Gesicht zum Namen kennen und uns gegenseitig unterstützen. Menschen, zu denen du keine Beziehung hast, werden deine Posts nur dann liken und teilen, wenn sie für sich einen großen Mehrwert sehen bzw. wenn du etwas extrem Unterhaltsames gepostet hast.

Es kommen keine neuen Kunden aufgrund von Empfehlungen.

Begeisterte Kunden und begeisterte Netzwerk-Partner – die Betonung liegt auf begeistert – empfehlen dich gerne. Dass es dazu kommt, dazu musst du erst einmal in Vorlage gehen und Vertrauen gewinnen. Je größer dein „Fan-Club“ wird, umso häufiger wirst du empfohlen und gewinnst damit wieder zu dir passende Kontakte und auch Kunden.

Dir fehlen gute Impulse von außen, um dein Business voran zu bringen.

Netzwerk-Anfänger schauen gerne durch die Kundenbrille und stellen enttäuscht fest, dass es nicht funktioniert, mit dieser Brille unterwegs zu sein, denn wer geht schon auf ein Netzwerk-Treffen, um einzukaufen? Warum sollte es also funktionieren, dass du dorthin gehst, um noch kurz vor zwölf einen Seminarplatz zu verkaufen? Es geht um Erfahrungsaustausch, um inspirierende Ideen und deshalb ist die Impulsebrille beim Netzwerken ganz besonders wertvoll für dich. Diese muss geübt werden.

Du fühlst dich allein auf weiter Flur.

Viel Unsicherheit ist im Spiel, wenn du noch nicht genau weisst, wie du dich beim Netzwerken so verhältst, dass es für alle Beteiligten entspannt und gewinnbringend ist. Ein Brillenwechsel ist angesagt: Statt Kundenbrille schaue durch die Kontaktebrille und überlege, mit welchen Kontakten du deinem Gesprächspartner weiterhelfen könntest und welche Kontakte für dich nützlich sind oder die Impulsebrille, indem du eine Frage stellst, die deinem Gesprächspartner weiterhilft. Gerade Gründer profitieren von den Erfahrungen erfolgreicher Selbständiger enorm. Und wenn wir von Erfahrungen sprechen, dann schauen wir immer durch die Impulsebrille.

Brillenwechsel beim Netzwerken: Kunden-, Kontakte- und Impulsebrille

Diese und noch mehr Stolperfallen führen dazu, dass du keinen Spaß am Netzwerken hast und so ähnlich wie bei einer Diät, wo du dich abmühst, lästige Pfunde loszuwerden und nach einiger Zeit feststellst, dass alles wieder wie vorher ist, kommst du auch beim Aufbau deines Kontakte-Netzwerks nicht vom Fleck, wenn du das Jo-Jo nicht erkennst, das dich immer wieder ausbremst.

Vielleicht trifft all das nicht auf dich zu und du hast bereits gute Kontakte und eine Netzwerk-Strategie:

Woran erkennst du, dass du noch keine Erfolgsstrategie fürs Netzwerken hast?

Vielleicht netzwerkst du schon länger oder gar sehr lange und trotzdem hast du das Gefühl, dass manches mühsam ist und dass du zu viel Energie ins Netzwerken investieren musst. Was könnte dich ausbremsen?

Du bist zu wenig sichtbar.

Es gibt wie bei so ziemlich allem im Leben einen Punkt, an dem es viel, viel leichter geht als zuvor. Beim Aufbau deines Kontakte-Netzwerks wird es für dich viel leichter, wenn du bei deiner Zielgruppe sichtbar bist, das heißt, als Experte bzw. als Expertin wahrgenommen wirst. Für diese Sichtbarkeit muss dein Aktionsradius genügend groß sein und das geht in der Regel mit einem starken Kontakte-Netzwerk im vierstelligen Bereich los. Was meine ich damit? Mindestens eintausend Menschen, die wissen, was du machst und die dich empfehlen, wenn es gut passt.

Aufgrund von Empfehlungen gewinnst du neue Kunden, aber dies geschieht nicht regelmäßig, so dass du darauf bauen kannst.

Jetzt wird es gemein: Du kannst super sichtbar sein, aber wenn du dich nicht klar positionierst mit dem, was deine Stärken und Talente sind, wofür du und für wen du perfekte Lösungen anbietest, dann können dich andere nicht empfehlen. Sie sind einfach unsicher und Unsicherheit führt dazu, lieber nichts zu sagen. Wenn du beispielsweise sagst, dass du Übersetzungen anbietest, dann wird dich niemand empfehlen. Wenn du klar machst, dass dein Angebot juristische Übersetzungen ins Französische sind, was wird passieren, wenn dich jemand nach einem Übersetzer zu diesem Fachthema fragt? Bingo. Auf deine Positionierung kommt es an.

Du beziehst deine Kunden nicht bewusst ein, um neue Kontakte zu knüpfen.

Deine Kunden sind deine besten Multiplikatoren. Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn du Insolvenzberatung machst bzw. ein anderes Tabuthema hast, dann musst du dir andere Multiplikatoren suchen wie beispielsweise Anlaufstellen für Insolvenzberatung. Was sind Multiplikatoren? Multiplikatoren sind Menschen, die dich gerne immer wieder empfehlen, weil sie von deiner Arbeit begeistert sind. Wenn du gute Arbeit machst und davon gehe ich aus, hast du begeisterte Kunden. Und diese gilt es, ganz geschickt ins Knüpfen neuer Kontakte einzubeziehen, indem du dich beispielsweise von einem Kunden in XING empfehlen lässt.

Es fehlt dir an Kooperationspartnern und Multiplikatoren.

Starke Kooperationen machen dich in anderen Dunstkreisen als in deinem eigenen sichtbar und deshalb gibt es für eine gelungene Kooperationsstrategie keine Alternative. Kooperieren und das Einbeziehen von Multiplikatoren ist fester Bestandteil einer Networking-Erfolgsstrategie. Nur 1:1 Kontakte aufzubauen ist viel zu mühsam und langwierig, aber ohne dies fehlt dir das Fundament zum Kooperieren, weil du mit einem starken Kontakte-Netzwerk auch ein interessanter Kooperationspartner wirst. Das alles spielt zusammen, wie du merkst.

Deine Networking-Erfolgs-Strategie anhand der Netzwerk-Pyramide bauen

Ich experimentiere bereits seit Jahren mit der Netzwerk-Pyramide © und jetzt ist es mir endlich gelungen, meine Erfahrungen, was funktioniert, anhand dieses Modells im 21-Tage-Networking-Base-Camp nachvollziehbar und praktisch anwendbar zu machen. Wenn alles ineinander greift, gewinnst du ganz regelmäßig, Woche für Woche durch Empfehlungen und dank deines Netzwerks neue Kunden.

Lust, dein Brötchen anders zu belegen? Mit Appetit reinbeißen und los geht´s mit einer cleveren Networking-Strategie:

Infos und Platzreservierung 21-Tage-Networking-Base-Camp

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Das bringst Du super auf den Punkt, liebe Sabine!

    Ja, und genau wie beim Essen gilt: Es geht nicht von heute auf morgen oder von jetzt auf gleich. Wir wachen nicht morgens auf und sind wieder dünn. Genauso wenig, wie wir plötzlich von einem auf den anderen Tag dick sind.

    All das ist das Resultat, von kontinuierlichen Gewohnheiten, die uns gut tun oder eben auch nicht.

    Um nun mal wieder zum Netzwerkwerken zurückzukommen:
    Wer erwartet, dass nach dem ersten Facebook-Post die Kunden auf der Matte stehen, darf umdenken. Das funktioniert genauso wenig, wie 10 kg in 3 Tagen abzunehmen.

    Vielmehr geht es darum, über lange Zeit das Richtig zu tun, um sich beim Netzwerken richtig wohlzufühlen und dann eben auch Kunden anziehen zu können.

    Der ganz persönliche Wohlfühlfaktor wird dabei nur allzu oft unterschätzt. Effektives Netzwerken funktioniert am besten mit einer individuell angepassten Strategie und Kontinuität. Dann schmeckt auch das Netzwerken immer richtig gut. 😉

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